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Henkersmahlzeit

Mit der neuen Crew mit Rainer und Sasha ging es gestern sofort nach deren Ankunft auch schon los, weil ich den Gestank von einem Boot der Guardi di Finanza nicht mehr aushielt, das neben mir seine Motoren freilaufen lies.

Gestärkt durch eine kurze Mahlzeit hat uns dann das Wetter gleich mehrmals einen Streich gespielt. Gleich in der Überfahrt nach Kalabrien gab es statt vorhergesagter 4 Windstärken gleich mal 8 zur Einstimmung. Natürlich mit reichlich Welle. Nicht gut für Sashas Magen!

Morgens kam es dann nach durchwachsener Nacht mit 7 Beaufort noch härter, so dass wir beschlossen, den Hafen von Crotone anzulaufen. Wir konnten zwar nachtanken, Platz gab es jedoch keinen. Also weiter zur nächsten laut Rod Heikell 'neu gebauten' Marina von Ciro. Von wegen Marina: alles was wir zum Anlegen fanden war ein kleiner Steg mit 2 Meter Wassertiefe. Als wir uns dann ausgehfertig zum Mittagessen machten, haben wir auch verstanden, warum keiner zum Kassieren kam: der Steg hatte keine Verbindung zum Land. Rainer wollte mal antesten, ob das zu Fuss ginge, was mit einem Bad im 'sauberen' Hafenwasser' landete.

Also haben wir uns entschlossen, der kalabrischen Gastfreundschaft chiou zu sagen und ab auf direktem Wege nach Corfu.

Crewwechsel in Catania

Stefan und Jürgen fliegen heute nach Hause, nachdem wir zusammen 689 Seemeilen in fast 2 Wochen von Mahon ( Menorca ) bis nach Catania ( Sicilia ) zurückgelegt haben.

Rainer und Sasha kommen mit dem gleichen Flieger und dann geht es auch gleich fast nonstop ab nach Korfu!

Das laute Catania

In Catania angekommen, war da zuerstmal kein Platz für uns. Nachdem wir dem Marinero jedoch eindringlich erklärten, dass wir eine telefonische Reservierung hätten, gab er uns einen Päckchenplatz neben einer etwas angestaubten Motoryacht, die nun einerseits als unser Backbordfestmacher als auch als unsere Passarella dient.

Kärchern geht auch nicht, da hier selten echte 220V anliegen, Italia eben, wie wir es uns vorstellen.

Dafür ist die Altstadt wunderschön und bietet reichlich Shoppinggelegenheiten.

Heute ist Putztag, weil morgen Crewwechsel sein wird.
Location:
Catania Marina

Essen wie Gott in Sizilien

Der eigentliche Spruch 'Essen wie Gott in Frankreich' ist m.E. überholt. Nicht Frankreich sondern Sizilien hat mir bisher die kulinarischen Hochgenüsse gezeigt.

Schon zuhause verzichte ich nicht auf die hervorragende sizilianische Küche dank Giannis Ristorante La Palma in Fürth. Seit wir vor fast 1 Woche hier in Sizilien angekommen sind, überschlagen sich die Festspeisen förmlich und ich muß mir ernsthaft Gedanken über mein Gewicht machen. Loup de Mer im Salzmantel ( Castellammare ), traumhaftes Menü mit Salvatore, um nur einige Beispiele zu nennen.

Gestern abend jedoch kam die bisher größte Überraschung: in Riposto suchten wir ein Lokal zum Abendessen. Nachdem das hier aber kein klassischer Touristenort ist, fanden wir erst mal nichts. Als eine Familie aus einem Auto ausstieg fragte Stefan: 'Ristorante, mangare ?' und bekam als Antwort nur 'Si, Si'.

Wir wußten nicht so recht etwas damit anzufangen, es stellte sich jedoch heraus, dass sie die Chefin eines Restaurantes ist und meinte, wir würden sie daher kennen. Die haben uns drei dann in ihren Fiat Cinquecento gepackt und kurzerhand ins Restaurant gebracht. Findet kein Touri! Keine Speisekarte sondern der Chef setzt sich an den Tisch und diskutiert die Speisenfolge. Traumhafte Vorspeisen, Pasti und Fisch auf sizilianische Art, dazu noch ein paar Flaschen Wein vom Etna, das Ganze für 3 Personen für EUR 120,00!

Essen wie Gott in Sizilien! Und das mit Blick auf den rauchenden Etna.
Location:
Riposto Marina

Die Strasse von Messina

Heute um 10:10 Ortszeit sind wir in die Strasse von Messina eingefahren, gut 2 Stunden bevor die Strömung gegen Norden einsetzt.

Dort sind wir dann erstmal Slalom zwischen den Schwertfischfängern mit ihren komisch aussehenden Booten gefahren. Die fahren da rum ohne Rücksicht auf Verluste. 2 Mann sitzen in einem Mast, um die am Tage schlafenden Fische zu finden.

Nach bis zu 7 Bft. ( allerdings von hinten ) haben wir in Riposto in der neuen Marina dell Etna direkt zu Fuße des Etna festgemacht.
Location:
Strasse von Messina

Isole Eolie oder Liparische Inseln

Benannt nach Aeolus, den Gott des Windes, sind wir heute auf den Aeolischen bzw. den Liparischen Inseln angekommen und vor Vulcano, der südlichsten dieser Inseln, zuerst in der Bucht Porto di Ponente und anschließend in der Bucht von Porto di Ponente vor Anker gegangen.

Anschließend sind wir dann noch nach Lipari weitergefahren, wo wir übernachten, den Ausblick genießen und morgen in Richtung Straße von Messina ablegen.
Location:
Liparische Inseln

Sizilien wie Einheimische

Um Sizilien richtig zu erleben, braucht man schon Einheimische, die es einem erklären.

Als ich mit meiner Familie letztes Jahr von Angelo Minneci aus dem La Palma in Fürth zu seiner Hochzeit eingeladen war, hatten wir Salvatore und seine Frau Marilina kennengelernt.

Salvatore, seines Zeichens bei der Guardia di Finanza tätig, kennt hier jeden und weiß natürlich auch, welches Restaurant hier was feines auf den Tisch zaubert.

Nach einem Apperitivo auf unserer Lady Soul ging es dann auch ab ins Restaurant, wie hier üblich erst ab 21:30. Die Speisekarte ist nur was für die Touris, wir lassen uns etwas empfehlen. Vorspeisen, Pasta, frischen lokalen Fisch, dann geht nichts mehr! Nach dem super Essen war ich so voll, dass ich die ganze Nacht nur noch von arabischen Spitzdachbooten ( ich weiß nicht mal, ob es sowas wirklich gibt) geträumt habe, die neben uns festgemacht hätten, vermutlich wegen der arabischen Vergangenheit Siziliens.

Morgen früh geht es dann auf die Liparischen Inseln zum Abnehmen :)
Location:
Cefalu Marina
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